Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2007
Gelaufene Veranstaltung

Mittwoch, 17. Januar 2007 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung

Ambros Waibel liest aus seinem Buch "LEBEN LUMS. Erzählungen" (Verbrecher Verlag 2006)

„Ob Lum für Ada etwas hätte tun können? Ob er etwas hätte tun müssen? Das Problem an diesen Fragen ist, dass Lum bei der Erörterung dieser Fragen sich nicht wohlfühlt, wenn er einen Cocktail oder auch nur ein alkoholfreies Bier in der Hand hat. Lum, das sagen viele, die ihn mögen, könnte viel viel mehr Geld verdienen. Aber, sagen andere darauf, dann wäre er nicht mehr Lum.“

Einer trinkt, einer sieht perverse Schlümpfe, einer will schreiben, eine schreibt, einer wird durch Zufall Schauspieler, ein anderer bleibt es aus Desinteresse – in Ambros Waibels Erzählungen geht es um Menschen in der Krise, die allein, aber nicht immer verlassen sind.

„Klar, wenn das Kind älter sein würde, müssten sie öfter auch mal woanders hin, zur Realitäts-eingewöhnung und zum Baden in den Humboldthain, in den Wedding, wo die Kugel Eis gleich nach der ehemaligen Bezirks- und Zonengrenze deutlich billiger wurde, und sie kam auf die seltsame Entsprechung von Ressentiment und Ignoranz bei den ganz hippen und den ganz unhippen Leuten, bei den Müttern vom Weinbergspark und bei ihrer Ostnachbarin. Ostnachbarin: ‚Wedding? Sin’ doch nur Türken!’ Weinbergsparkmutter: ‚Humboldthain? Wo ist das?’ Zwei U-Bahnstationen weiter war unheimliche Leere, eine andere Welt, und diese ganze Welt sollte in ihr Buch, und das war ein Grund hier zu sein und durchzuhalten – denn wenn sie nicht durchhielt, bestand die Gefahr, irgendwann im Wedding zu landen. Sie schrieb sich das auf.“

Pressestimmen :
"Einen Grund dafür, dass Waibels Geschichten so viel Stil, Haltung, Charme und Selbstironie besitzen, erfährt man in einer Glosse zum Schluss. Waibel hat trotz bestandener Aufnahmeprüfung im Jahr 1995 das Studium am Literaturinstitut der Uni Leipzig nicht aufgenommen. Ralph Gerstenberg / Tip Berlin

"Selbstironie ist eine große Kunst, die die allerwenigsten Schriftsteller beherrschen. Ambros Waibel ist darin ein großer Meister." Jule Körber / literaturkritik.de
 Ambros Waibel
Bild: © Moritz Hoffmann
Ambros Waibel, geboren 1968, lebt als Autor und Übersetzer in Berlin.

Berliner Autorenstipendium 2002. Nordhessischer Literaturpreises 2005. Veröffentlichungen u.a. „My private BRD“, „Imperium Eins. Drei römische Erzählungen“, und „Marburganderlahnbuch“ (Hrsg. zusammen mit Nils Folckers).

Zuletzt erschien: „Rebell im Cola-Hinterland – Jörg Fauser. Die Biografie“ (zusammen mit Matthias Penzel).
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Der literarische Salon
auf facebook