Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2006
Gelaufene Veranstaltung

Dienstag, 12. Dezember 2006 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung

Frederic Kroll liest und spricht über "The Last Day", das letzte und noch unveröffentlichte Manuskript von Klaus Mann

Am 18. November 2006 wäre Klaus Mann, der älteste Sohn Thomas Manns, 100 Jahre alt geworden. Mit 18 Jahren schrieb er "Der fromme Tanz", den ersten von 7 Romanen und den ersten deutschsprachigen Homosexuellenroman; mit 26 Jahren wurde er zu einer zentralen Figur der antinationalsozialistischen Publizistik im Exil; ab 1940 in den USA schrieb er fast nur noch in amerikanischer Sprache. Während der zweiten Hälfte der 40er Jahre wurde die nationalsozialistische Bedrohung unmittelbar von der Gefahr der Selbstauslöschung der Menschheit in einem Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion abgelöst. In seinem letzten Aufsatz "Die Heimsuchung des europäischen Geistes" stellte Klaus Mann die Möglichkeit einer Selbstmordwelle unter den europäischen Intellektuellen, um vor dieser Gefahr zu warnen, zur Diskussion.

Während der letzten Wochen seines Lebens versuchte Klaus Mann, diesen Essay in Romanform unter dem Titel "The Last Day" dichterisch zu veranschaulichen und zu vertiefen. Als er sich am 21. Mai 1949 das Leben nahm, hinterließ er eine Zusammenfassung der Handlung des ganzen Romans sowie ausgearbeitete Passagen für einzelne Kapitel. "The Last Day" stellt zwei Intellektuelle dar, den einen in New York, den anderen in Ost-Berlin: Beide sehen im jeweils eigenen Gesellschaftssystem keine Chance mehr für Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden; beide gehen zugrunde.

Fredric Kroll entdeckte 1970 das Manuskript in Klaus Manns Nachlaß, stellte die Bruchstücke zu einem logischen Handlungsverlauf zusammen und übersetzte diese "Lesefassung" zurück ins Deutsche; sie ist bis heute unveröffentlicht geblieben.
 Fredric Kroll
Bild: © Männerschwarm Verlag
Fredric Kroll ist 1945 in New York geboren. 1960 fand er über den Tschaikowsky-Roman "Symphonie Pathétique" den Zugang zu Klaus Mann und promovierte über ihn 1973. 1976 erhielt er von der Edition Klaus Blahak, Wiesbaden, den Auftrag, eine möglichst detaillierte Biographie über Klaus Mann zu verfassen; diese erschien unter dem Titel "Klaus-Mann-Schriftenreihe " 2006 mit einem Umfang von 3.000 Seiten in 6 Bänden im Männerschwarm Verlag, Hamburg.

Frederic Kroll studierte Germanistik in den USA (A.B. University of Rochester (New York) 1965; A.M. Yale University 1967; Ph.D. University of Rochester 1973;) und in Freiburg. Er war Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg. Von 1976 bis 2006 arbeitete Frederic Kroll an der "Klaus-Mann-Schriftenreihe" im Männerschwarm Verlag.
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
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