Gelaufene Veranstaltung
Donnerstag, 04. Mai 2006 um 20.30 Uhr
im BKA-Theater
Lesung
Barbara Sichtermann & Ingo Rose lesen aus "Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs"
Wo bitte geht's zur Geschlechterfront? Dem Anschein nach herrscht Ruhe. Die Männer haben sich an Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, an Frauenquoten und Begriffe wie gender mainstreaming gewöhnt. Ab der mittleren Führungsebene trafen sie im Betrieb weiterhin meist Männer an, ihr Verdienst lag wie gehabt deutlich über dem der Kolleginnen, und im Zweifelsfall blieb die Frau wie früher zu Hause. Wenn Emanzipation das bedeutete, hatten sie nichts dagegen.
Aber jetzt verändert sich was. Es sieht so aus, als hätte ihr Terraingewinn nun doch jene kritische Masse erreicht, die Männer veranlasst, aufzumerken. Hinter verbalen Bekundungen vom guten Einvernehmen mit den Frauen wird eine Nervosität spürbar, die auf das Gegenteil deutet. Die Männer sind irritiert, wenn Frauen Fußballweltmeister werden. Sie haben zu schlucken, wenn Frauen ins Militär eintreten. Wenn sie die Staatsgeschäfte führen. Wenn die Qualitäten, für die sie stehen, die so genannten soft skills, im Wirtschaftsleben wichtiger werden. Und Männer reagieren auf diese Herausforderungen, auch wenn sie gerne so tun, als sei alles paletti.
Dieses Buch sammelt solche Reaktionen, ordnet und interpretiert sie und entwirft ein realistisches Tableau vom Ist-Zustand des Geschlechterverhältnisses. Autorin und Autor erlauben sich dabei Mutmaßungen, Überspitzungen, Spekulationen und Spaß. Alles dient diesem einen Zweck: herauszufinden, wie es heute um Männer und Frauen, ihre Kämpfe und Kompromisse, bestellt ist und wo das erweiterte Feld der Auseinandersetzung neue Gefahrenzonen, Startchancen und Freiheitsansprüche bereithält: für beide Geschlechter.
„Endlich: Die Männerfrage wird gestellt! Warum finden Männer eine Frau im Vorstand unerträglich, wieso sind sie immer öfter kinderlos, weshalb verläßt ein Mann seine Familie über Nacht? Die Antworten in diesem Buch dürften nicht nur Frauen interessieren.“ Susanne Mayer, DIE ZEIT
Ingo Rose, geb. 1963, lebt als freier Journalist in Berlin und ist u.a. fürs Radio tätig. Gemeinsam mit Barbara Sichtermann verfasste er den Band "Lebenskunst in Berlin". 2005 erschien sein Buch "50 Klassiker. Unternehmen".

Bild: © privat
Barbara Sichtermann, die Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Berlin studiert hat, ist seit 1978 freie Publizistin, wurde 1943 in Erfurt geboren und wuchs in Kiel auf. Sie arbeitet regelmäßig für verschiedene Printmedien und Rundfunksender und ist Jurorin für den Grimme-Preis. Für ihre Rundfunkarbeit erhielt sie den Elisabeth-Selbert-Preis und für ihre schriftstellerische Arbeit den Jean-Améry-Preis für Essayistik. Ihre zahlreichen Bücher zu Themen wie Pubertät, Weiblichkeit, Mütter, Paare, Frauenemanzipation, Geschlechterfragen, Sexualität sind u. a. erschienen bei Wagenbach, Fischer, Knesebeck. Für Ihr Lebenswerk wird Barbara Sichtermann im Juni 2013 mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes ausgezeichnet.