Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2006
Gelaufene Veranstaltung

Mittwoch, 11. Januar 2006 um 20.30 Uhr

Lesung

Claudius Hagemeister liest aus Dornbacht arbeitet

Der Titelheld seiner Erzählung "Dornbracht arbeitet" verdingt sich, nachdem er seine Stelle als Technischer Zeichner für Sanitärkeramik verloren hat, in wechselnden Berufsfeldern: in der Multimedia-Branche und im Baugewerbe, als Wirt und als Guru, als Dompteur und "Trockenwohner".

Er gerät dabei stets in unheimliche, nicht selten auch bedrohliche Situationen, die andere Menschen nachhaltig verstören würden. Dornbracht indes erträgt alles mit dem Gleichmut eines dickfelligen Zuschauers. Entsprechend teilnahmslos steht er den Tätigkeiten gegenüber, mit denen er betraut wird. Bei der Wahl seiner Jobs spielen Fähigkeiten und Neigungen keine Rolle; orientierungslos nimmt er, was sich ihm bietet.

Ebenso unstet schlingert er durch sein Liebesleben. Dornbrachts Verbindung zu seiner Freundin Lili ist nicht leidenschaftslos, aber auch nicht romantisch - die beiden lieben sich nicht. Ihre Beziehung ist ein Zweckbündnis, darauf gerichtet, zusammen zu arbeiten und Sex zu haben. Dornbracht ist ein Windhund, der unbekümmert flüchtige Affären mit anderen Frauen eingeht.
 Claudius Hagemeister
Bild: © Frank Wiemann
Claudius Hagemeister wurde 1968 geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Er ist von der Schule geflogen und arbeitete anschließend als Erzieher in der Jugendarbeit, später als Drehbuchautor für Computerspiele. Gegenwärtig ist er als Aushilfs-Programmassistent für Verkehrsfunk tätig.

Letzte Veröffentlichungen: „Das Hansaviertel frisst euch und eure Kinder!“ (Erzählung), in: „Die Stadt von morgen – Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels Berlin“, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2008. „1“, „2“ und „3“ (Minigeschichten), in: „No Man’s Land“, Online-Magazin für deutsche Literatur in englischer Übersetzung, 2009. „Marlou hatte Schuhe an“ (Erzählung), in der Anthologie „Bloß keinen Grießbrei an Heiligabend“, herausgegeben von Feridun Zaimoglu, Ullstein Verlag, 2010.