Aktuelle Veranstaltung
Mittwoch, 26. Juni 2013 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR
Lesung mit anschl. Gespräch
Mutige Frauen und ein freies Frauenzimmer - Eine Veranstaltung im Rahmen des Vereins "Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V."
Barbara Sichtermann liest aus ihren beiden neuen Büchern: Ein freies Frauenzimmer. Caroline Schlegel-Schelling (edition ebersbach, 2013) und zusammen mit Ingo Rose: Die Erste. Mutige Frauen verändern die Welt (Knesebeck Verlag, 2013)
Barbara Sichtermann liest aus ihrem Buch Ein freies Frauenzimmer. Caroline Schlegel-Schelling :
Verehrt, verrufen, geliebt, gemieden, unverstanden, unvergessen. Man hat schon manches von ihr gehört: von Caroline Schlegel-Schelling (1763−1809), der großen Dame der Frühromantik, Anregerin und Mitarbeiterin der Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, »Chorführerin « der interessantesten Stimmen im Jena des ausgehenden 18. Jahrhunderts, Ehefrau und Debattenpartnerin Friedrich Schellings. In ihren Briefen hat sich Caroline ausführlich der Selbstreflexion und Selbstvergewisserung gewidmet; sie hat sich bemüht, als Frau so zu leben, wie ihre Zeit es von den Frauen erwartete, und doch zugleich als Mensch mit Geist und Eigenwillen einen Weg zu gehen, auf dem sie immer wieder intellektuell gefordert wurde. Heitere Gelassenheit machte sie für sich zu einer Art Losung ihrer Lebensphilosophie. Das Schicksal erschwerte es ihr außerordentlich, dieser Devise treu zu bleiben. Aber sie schaffte es doch – weil sie ihre innere Freiheit, getreu ihrer »Ahnung von Ungebundenheit«, durch alle Wechselfälle des Lebens zu bewahren verstand. Wie das so geht mit großen Geistern, jede Epoche interpretiert sie anders. Und jetzt, im 21. Jahrhundert, 250 Jahre nach der Geburt der Caroline Michaelis in Göttingen, wirft Barbara Sichtermann wieder einen neuen, durchaus persönlichen Blick auf das freie Frauenzimmer.
Ingo Rose und Barbara Sichtermann lesen aus ihrem gemeinsamen Buch Die Erste. Mutige Frauen verändern die Welt:
Welche Frau war die erste Nachrichtensprecherin, welche die erste Landesbischöfin, und welche trug als Erste Hosen im Deutschen Bundestag? Lange war die Rolle der Frau auf das Heim, Familie und Kinder beschränkt, und noch heute finden sich viele Relikte dieser Vorstellung in unserer Gesellschaft. Für die Frauen war es ein harter Kampf, die Erste sein zu können und dieselben Rechte in Anspruch zu nehmen, wie es Männer schon seit Jahrhunderten taten. Ob nun als Studentin, als Juristin, als Hochleistungssportlerin, Physikerin oder auch als erste Gondelfahrerin in Venedig Frauen standen auf ihrem Weg oftmals Ablehnung und Vorurteilen gegenüber, die sie mit Kampfeslust, starkem Willen und viel Durchhaltevermögen überwinden mussten. Die einzigartigen Biografien laden dazu ein, sich mit der Geschichte der Frauen zu befassen, die den Mut hatten, ihren Traum zu verwirklichen, und es schließlich schafften, die Erste zu sein!

Bild: © privat
Barbara Sichtermann, die Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Berlin studiert hat, ist seit 1978 freie Publizistin, wurde 1943 in Erfurt geboren und wuchs in Kiel auf. Sie arbeitet regelmäßig für verschiedene Printmedien und Rundfunksender und ist Jurorin für den Grimme-Preis. Für ihre Rundfunkarbeit erhielt sie den Elisabeth-Selbert-Preis und für ihre schriftstellerische Arbeit den Jean-Améry-Preis für Essayistik. Ihre zahlreichen Bücher zu Themen wie Pubertät, Weiblichkeit, Mütter, Paare, Frauenemanzipation, Geschlechterfragen, Sexualität sind u. a. erschienen bei Wagenbach, Fischer, Knesebeck. Für Ihr Lebenswerk wird Barbara Sichtermann im Juni 2013 mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes ausgezeichnet.