Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Salonkultur

Der Literarische Salon Britta Gansebohm, Berlin

Aktuelle Veranstaltung

Mittwoch, 17. Februar 2010 um 20.00 Uhr
im BKA-Theater

Lesung & Gespräch

BUCHPREMIERE: Gerhard Henschel liest aus seinem druckfrischen Buch "Menetekel. 3000 Jahre Untergang des Abendlandes"

(Die Andere Bibliothek im Eichborn Verlag 2010)

Über den Ursprung der immerwährenden Klage vom Verfall der Sitten und dessen unweigerlich desaströsen Folgen kann nur gemutmaßt werden - fest steht jedoch: Das Abendland hat den Untergang des Römischen Reiches, die Pest, den Dreißigjährigen Krieg, zwei Weltkriege und die Erfindung der Antibabypille ganz gut überstanden. Heute wird zwar ein Politiker nicht zwingend Opfer einer moralischen Verfehlung, jedoch währt das Wehgeschrei über den allgemeinen Kulturverfall, die Folgen sexueller Zügellosigkeit, die Verweichlichung der in Wohlstand lebenden Bürger auch im 21. Jahrhundert fort. Gerhard Henschel nimmt sie sich vor, die Unheilsverkünder von gestern und heute. Eine Parade der Unheilsverkünder aus 3000 Jahren

Nach allem, was wir von unseren Vorfahren wissen, sind die Klagen über den Verfall der guten Sitten so alt wie die Menschheit oder doch mindestens so alt wie die frühesten Zeugnisse unserer Schriftkultur. Und häufig waren sich die Herren der Apokalypse schnell einig darüber, wer am Niedergang aller Werte eigentlich Schuld hat: die Frauen, besser gesagt: das Weib, das sinnliche.

Das Muster der Verführung durch die weibliche Sinnlichkeit ist so durchgängig wie die Flucht davor: Die lustfeindlichen Endzeitpropheten des Mittelalters rückten den christianisierten Sündern mit grausamen Unheilsvisionen zu Leibe.

Im Zeitalter der Aufklärung meldeten sich Gegenaufklärer zu Wort, die mit der Anerkennung des Rechts auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen gleich den Fortbestand der Menschheit gefährdet sahen.

Auch danach sind die Völker des Abendlandes noch von unzähligen Mahnern und Warnern zu den Waffen gerufen worden und oft genug Propheten gefolgt, die ihnen einreden wollten, dass es redlicher und Gott wohlgefälliger sei, einen Massenmord zu begehen als einen Seitensprung.

In seinem Buch nimmt der »Zivilist« Gerhard Henschel eine Parade der Unheilsverkünder ab, von den Kirchenvätern über die Frühhumanisten und die Poeten der Befreiungskriege bis hin zu Osama bin Laden, und er rät zur Gelassenheit im Umgang mit allen Apokalyptikern.
Downloads zum Thema
Pressetext Gerhard Henschel (pdf 271.71 KB)

 Gerhard Henschel
Bild: © Eichborn Verlag
Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller bei Hamburg. Zuletzt erschienen seine Bücher Neidgeschrei. Antisemitismus und Sexualität (2008), Die Springer-Bibel. Ein Panorama der Mediengeschichte (2008) und Da mal nachhaken. Näheres über Walter Kempowski (2009).
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
im BKA-Theater
Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg (UBhf.: Mehringdamm), 10961 Berlin
Eintritt: 8 Euro/ VVK + Erm.: 6 Euro
Kartenreservierung: 030- 20 22 007
Vorankündigung

Dienstag, 23. Februar 2010 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung mit anschl. Gespräch

Marko Martin liest Erzählungen aus seinem aktuellen Buch "Schlafende Hunde" (Die Andere Bibliothek im Eichborn Verlag 2009)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Vereins "Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V."

Motivisch verbundene Geschichten aus Teheran, Prag, Mexico-City, Nizza, Israel, dem Kongo und anderswo: Liebe, Sex und Leben in einer globalisierten Welt. Junge Männer aus der iranischen Upper-Class, die sich aus der Enge einer geschlossenen Gesellschaft in eine nicht weniger formierte Privatexistenz flüchten; junge Israelis, die sich plötzlich in die Realität von Terroranschlägen und zweiter Intifada katapultiert sehen; ein homosexueller Museumsführer aus Berlin, der seine traumatische DDR-Vergangenheit Jahr für Jahr in zwei glamourösen Urlaubswochen an der Côte d’Azur vergessen will: Marko Martins Erzählungen demonstrieren eine hierzulande seltene Welthaftigkeit und eine unerschöpfliche Neugier, die aus der Faszination des Erotischen nicht das geringste Geheimnis macht.


"Marko Martin hat mehr von der Welt gesehen als die meisten seiner Generationsgenossen. Seine Erzählungen sind Kabinettstücke engagierter Literatur, sie fordern den Leser heraus... Acht Hohelieder auf Seelenstärke, Freundschaft und Freiheitsliebe."
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Jens Bisky)

"Die Geschichten, die auch einen ungewohnten Blick auf den Epochenumbruch von 1989 werfen, bersten vor Vitalität. (...) Marko Martins Sprache ist voller Witz, voller Passion, voller Mut von der Liebe zum Leben: das Wichtigste, das ein Autor leisten kann."
Klaus Harpprecht

Die Erzählungen "Schlafende Hunde" sind im Herbst 2009 in der von Hans Magnus Enzensberger gegründeten "Anderen Bibliothek" erschienen.

 Marko Martin
Bild: © privat
Marko Martin, geboren 1970 in Burgstädt/Sachsen, erhielt aus politischen Gründen in der DDR Hochschulverbot. Im Mai 1989 reiste er in die Bundesrepublik aus und studierte an der FU Berlin Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte. Er lebt heute als Schriftsteller in Berlin. Veröffentlichungen (Auswahl): "Taxi nach Karthhago" (1994), "Orwell, Koestler und all die anderen" (1999), "Der Prinz von Berlin" (2000), "Sommer 1990" (2004), "Sonderzone" (2008).
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt
Kartenreservierung: 030 - 28389121