Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2017
Gelaufene Veranstaltung

Donnerstag, 20. April 2017 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung & Gespräch mit der Autorin Nicoleta Esinencu (Republik Moldau)

Veranstaltung in rumänischer & deutscher Sprache | Dolmetscherin: Eva Wemme

In Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut Titu Maiorescu.
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An diesem Abend werden verschiedene Texte von Nicoleta Esinencu präsentiert, die in deutscher Sprache übersetzt wurden.

„Die Theatertexte von Nicoleta Esinencu liest man nicht einfach so geräuschlos weg. Sie wollen laut gesprochen werden, mehrfach, immer wieder. Schon mit den ersten Worten von "A (II) RH +" (sprich: A zwei Rhesus positiv, deutsch von Georg Aescht) ist der Sound da: Der Rhythmus. Die Direktheit, mit der man in ein fremdes Leben hineingeschubst wird, als ginge es einen tatsächlich etwas an. Und die unpathetische Dringlichkeit, die sich aus der Mischung von Alltäglichem mit Unerhörtem ergibt.“
Petra Kohse

„Für mich ist am wichtigsten, Menschen zusammenzubringen. Wenn Russen und Ukrainer und Moldawier friedlich zusammen in einem Saal sitzen und eine Theatervorstellung sehen, ist schon viel erreicht.“
Nicoleta Esinencu

Nicoleta Esinencu will der Spaltung ihrer Heimat entgegenwirken. Die eine Hälfte der moldawischen Bevölkerung orientiert sich nach Russland, die andere wünscht sich eine Anbindung an die Europäische Union.

„Ihre auf Rumänisch geschriebenen Stücke handeln vom Spannungsfeld zwischen Ost und West, vom Clash der Ideologien und Ökonomien. Sie erzählen, wie Geschichte ständig umgeschrieben wird, aber auch davon, wie Hass, Homophobie und Gewalt sich in der postsowjetischen Gesellschaft ausbreiten.Im Westen grenzt die seit 1991 unabhängige Republik Moldau an Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird sie von der Ukraine umschlossen. Ein kleines Land am Rande Europas, die Arbeitskräfte wandern ab, vor allem die Jungen und Gutausgebildeten. Esinencu ist immer wieder zurückgekehrt nach Chişinău.“
Sandra Luzina, Der Tagesspiegel

„Ich schreibe, weil ich über die Gesellschaft sprechen möchte, in der ich lebe, egal wo ich geboren wurde. Die Probleme, die ich benenne, haben keine Grenzen.“
Nicoleta Esinencu
 Nicoleta Esinencu
Bild: © Florin Tabarta
Nicoleta Esinencu, geboren 1978 Chişinău, studierte Theaterwissenschaft und Bühnenbild an der staatlichen Kunstuniversität in Chişinău. Die Dramatikerin und Theaterregisseurin ist seit ihrem Studium als Autorin und Regisseurin in der Theaterszene Rumäniens und der Republik Moldau aktiv. Nach einem Stipendium an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart wurde sie mit ihrem Stück "FUCK YOU, Eu.ro.Pa!" (2005 in deutscher Übersetzung bei Solitude in Stuttgart erschienen) einem breiten Publikum bekannt. Das Stück löste wegen seiner europakritischen Inhalte heftige politische Debatten in Rumänien und der Republik Moldau aus, gewann den rumänischen dramAcum-Theaterpreis und wurde im Reader des rumänischen Pavillons bei der 51. Biennale in Venedig (2005) veröffentlicht. Es folgten ein Stipendium am Récollets International Accommodation and Exchange Centre in Paris und ein Theaterstipendium in Bourges, Frankreich. Esinencu hat an verschiedenen Residency- und Kulturprogrammen teilgenommen, darunter am Künstlerhaus Edenkoben, am rumänischen Kulturinstitut in Paris und beim Literarischen Colloquium in Berlin. Esinencus Werke wurden in Rumänien, der Republik Moldau, Schweden, Deutschland, Russland, Japan, Frankreich und Österreich aufgeführt.

2007 gründete sie ihre eigene Theatergruppe, das Mobile European Trailer Theatre, das in der Republik Moldau allerdings kaum Arbeitsmöglichkeiten hat. Ebenso in 2007 erschien im Verlag der Buchhandlung Walther König „Nicoleta Esinencu. A(II)Rh+“, ein Band, der Stücke und Essays von Nicoleta Esinencu auf Rumänisch und Deutsch zusammenstellt. 2010 gründete sie in Chişinău den alternativen, theaterorientierten Künstlerraum Teatru Spălătorie, den sie auch leitet. Die Künstlerin, deren Texte in vier Sprachen übersetzt und in Rumänien, Deutschland, Bulgarien und Polen veröffentlicht wurden, war 2008 zu Gast bei der Leipziger Buchmesse und 2010 beim Internationalen Literaturfestival Berlin. 2012 war die Regisseurin mit "Clear History" im Rahmen des Festivals "Many Years After …" erstmals am HAU Hebbel am Ufer zu Gast. 2014 waren dort im Programm "Good Guys Only Win in Movies" die Stücke "Dear Moldova, can we kiss just a little bit?" (gemeinsam mit Jessica Glause) und "American Dream" zu sehen. Zuletzt war sie mit "Life" (2016) -eine Auftragsarbeit für das Festival „Die Ästhetik des Widerstands - Peter Weiss 100“ des HAU Hebbel am Ufer - in Berlin.
Moderation: Britta Gansebohm (Lesung der deutschen Texte)
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Der literarische Salon
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