Reisefieber - Geschichten vom Unterwegssein
in Asien, Amerika und auf Inselparadiesen wie den Malediven
von und mit: Wolfgang Büscher, Michael Obert und Helmut Kuhn
Wolfgang Büscher liest aus seinem aktuellen Buch "Asiatische Absencen" (Rowohlt Verlag 2008) :
Asien, das ist für Wolfgang Büscher radikal fremd. Indien, Kambodscha, der Himalaya und China - ein Unterwegssein zwischen Traum, Flucht und Vergessenheit. Einmal fällt der Reisende in heftiges Fieber. Seine Gefährten lassen ihn in einem aufgegebenen Kolonialhospital zurück, wo er seine Abenteuer aufs Neue durchlebt: den indischen Traum des Gott oder Geister suchenden Europäers; die Extreme, die Faszination und die Abstoßung. Wie er sich nach einer langen Fahrt über staubrote Pisten ins Fremdeste des Fremden verliert, wo ein Fürst ein Konzert für seine Affen gibt. Wie er aus einem Tempel flüchtet, vor dem Priester und den dort erscheinenden Göttern. Wie er nahe der tibetischen Grenze einen Viertausender besteigt, auf dem sich die Schamanen treffen. Und wie er an Bord eines modernen Supertankers geht, unterwegs nach Singapur. Dort verschläft er die Tage und übt nachts auf der Brücke mit dem diensthabenden Offizier das Kricketspiel. Der Engländer hat selbst das Festland lange nicht mehr betreten und ist der See verfallen ...
Michael Obert liest seinen Text über eine Fahrt im Greyhound-Bus von New York nach San Francisco.
Der Autor und Reisende Michael Obert hätte in weniger als sieben Stunden mit dem Flugzeug von New York nach San Francisco reisen können. Im Mietwagen wäre die Strecke von der Ost- zur Westküste der Vereinigten Staaten in, sagen wir, drei Tagen zu machen gewesen. Im Greyhound-Bus hingegen dauert sie gefühlte Jahre. Doch gibt es einen besseren Weg, um herauszufinden, wer diese Amerikaner wirklich sind? Vor uns liegen sechstausend Kilometer Asphalt, eine Entfernung, so groß wie von Berlin zur westchinesischen Grenze. Unterwegs wird Amerika seine Seele entblößen. Ein literarisch-akustischer Roadtrip - musikalisch begleitet vom Gitarristen und Querdenker HF Coltello (www.coltello.de)
Helmut Kuhn liest eine wahre Erzählung sowie Reisereportagen zum Thema: Inselträume
Inseln und Mythen. Inseln und Wirklichkeit: "Der junge Mann und das Meer" ist eine wahre Erzählung, die auf Kuba spielt. Es ist die Geschichte des Armando Alfonso Taboada III., der zum König der Fischer von Havanna und Cojimar aufsteigt. In der Zeit der Perioda Especial, als Fidel Castro für einige Jahre die Zügel lockerte und kleine, private Unternehmen zu ließ, öffnete er eines der vielen kleinen Restaurants, die nicht mehr waren als eine Hinterhofbude oder das Wohnzimmer der Mutter. Jede Nacht ging er dafür fischen. Weil er kein Geld für ein Boot besass, liess er sich auf dem Schlauch eines Lkws aus der Bucht von Cojimar aufs Meer hinaus treiben, dort, wo der alte Mann in Heminways Erzählung lebte, und fischte Barsche und Schwertfische. Bald belieferte er auch andere Paladares mit dem edlen Fisch. Je mehr er fischte, desto großer wurde die Nachfrage. Armando stellte andere Reifenfischer an und kaufte eine amerikanische Kühlbox, den Fisch haltbar zu machen...
In seinen Reisereportagen begibt sich Helmut Kuhn in die Inselparadiese Malediven, Mauritius oder Rodrigues, wohnt, wo Madonna wohnte, spielt Fußball mit den Einheimischen und wird staunender Zeuge eines "angekündigten" Zyklons.
Moderation: Britta Gansebohm Der Literarische Salon Britta Gansebohm im BKA-Theater
Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg (UBhf.: Mehringdamm), 10961 Berlin