Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2009
Gelaufene Veranstaltung

Montag, 06. Juli 2009 um 20.00 Uhr
im BKA-Theater

Lesung mit 3 Autoren

Reisefieber - Geschichten vom Unterwegssein in Asien, Amerika und auf Inselparadiesen wie den Malediven

von und mit: Wolfgang Büscher, Michael Obert und Helmut Kuhn

Wolfgang Büscher liest aus seinem aktuellen Buch "Asiatische Absencen" (Rowohlt Verlag 2008) :

Asien, das ist für Wolfgang Büscher radikal fremd. Indien, Kambodscha, der Himalaya und China - ein Unterwegssein zwischen Traum, Flucht und Vergessenheit. Einmal fällt der Reisende in heftiges Fieber. Seine Gefährten lassen ihn in einem aufgegebenen Kolonialhospital zurück, wo er seine Abenteuer aufs Neue durchlebt: den indischen Traum des Gott oder Geister suchenden Europäers; die Extreme, die Faszination und die Abstoßung. Wie er sich nach einer langen Fahrt über staubrote Pisten ins Fremdeste des Fremden verliert, wo ein Fürst ein Konzert für seine Affen gibt. Wie er aus einem Tempel flüchtet, vor dem Priester und den dort erscheinenden Göttern. Wie er nahe der tibetischen Grenze einen Viertausender besteigt, auf dem sich die Schamanen treffen. Und wie er an Bord eines modernen Supertankers geht, unterwegs nach Singapur. Dort verschläft er die Tage und übt nachts auf der Brücke mit dem diensthabenden Offizier das Kricketspiel. Der Engländer hat selbst das Festland lange nicht mehr betreten und ist der See verfallen ...


Michael Obert liest seinen Text über eine Fahrt im Greyhound-Bus von New York nach San Francisco.

Der Autor und Reisende Michael Obert hätte in weniger als sieben Stunden mit dem Flugzeug von New York nach San Francisco reisen können. Im Mietwagen wäre die Strecke von der Ost- zur Westküste der Vereinigten Staaten in, sagen wir, drei Tagen zu machen gewesen. Im Greyhound-Bus hingegen dauert sie gefühlte Jahre. Doch gibt es einen besseren Weg, um herauszufinden, wer diese Amerikaner wirklich sind? Vor uns liegen sechstausend Kilometer Asphalt, eine Entfernung, so groß wie von Berlin zur westchinesischen Grenze. Unterwegs wird Amerika seine Seele entblößen. Ein literarisch-akustischer Roadtrip - musikalisch begleitet vom Gitarristen und Querdenker HF Coltello (www.coltello.de)


Helmut Kuhn liest eine wahre Erzählung sowie Reisereportagen zum Thema: Inselträume

Inseln und Mythen. Inseln und Wirklichkeit: "Der junge Mann und das Meer" ist eine wahre Erzählung, die auf Kuba spielt. Es ist die Geschichte des Armando Alfonso Taboada III., der zum König der Fischer von Havanna und Cojimar aufsteigt. In der Zeit der Perioda Especial, als Fidel Castro für einige Jahre die Zügel lockerte und kleine, private Unternehmen zu ließ, öffnete er eines der vielen kleinen Restaurants, die nicht mehr waren als eine Hinterhofbude oder das Wohnzimmer der Mutter. Jede Nacht ging er dafür fischen. Weil er kein Geld für ein Boot besass, liess er sich auf dem Schlauch eines Lkws aus der Bucht von Cojimar aufs Meer hinaus treiben, dort, wo der alte Mann in Heminways Erzählung lebte, und fischte Barsche und Schwertfische. Bald belieferte er auch andere Paladares mit dem edlen Fisch. Je mehr er fischte, desto großer wurde die Nachfrage. Armando stellte andere Reifenfischer an und kaufte eine amerikanische Kühlbox, den Fisch haltbar zu machen...

In seinen Reisereportagen begibt sich Helmut Kuhn in die Inselparadiese Malediven, Mauritius oder Rodrigues, wohnt, wo Madonna wohnte, spielt Fußball mit den Einheimischen und wird staunender Zeuge eines "angekündigten" Zyklons.
 Helmut Kuhn
Bild: © Laura J. Gerlach
Helmut Kuhn, geboren 1962 in München, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Paris. Er arbeitete bei der deutschjüdischen Zeitschrift Aufbau in New York und lebt heute als freier Journalist und Autor in Berlin. Helmut Kuhn schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Stern, Focus und mare. 2002 erschien sein vielbeachtetes Romandebüt Nordstern. Als Co-Autor verfasste er zusammen mit Murat Kurnaz Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo (2007), über den John Le Carré schrieb: „Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.“ Sein neuer Roman Gehwegschäden erscheint im Frühjahr 2012 in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Bibliographie

Nordstern.
Roman. Marebuch, Hamburg 2002.

Regen im 5/4 Takt.
Erzählungen. Satyr, Berlin 2006.

Arm, reich – und dazwischen nichts? Streifzüge durch eine veränderte Gesellschaft.
Lübbe, Bergisch Gladbach 2007.

Helmut Kuhn / Murat Kurnaz: Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo.
Rowohlt, Berlin 2007.

Helmut Kuhn / Cem Gülay: Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere.
Deutscher Taschenbuch Verlag, Berlin 2009.

Pressestimmen zu "Regen im 5/4 Takt"

Kuhn gelingt mit klarer Sprache, bildhafter, teils poetischer Beschreibung, den Leser an den Empfindungen des Ich-Erzählers teilnehmen zu lassen.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Der Journalist in ihm wird evident: die Sprache klar und anschaulich, die szenischen Schilderungen atmosphärisch, die Personenbeschreibungen detailliert und fein beobachtet. Dass Kuhn auch gediegene Prosa produzieren kann, beweisen Passagen, die keinen Schauplatz und keine Person schildern, sondern der Getriebenheit und der Tragik des Protagonisten eine Sprache geben.
LYRIKWELT

Kuhn gießt das Unglaubliche in Worte.
OFFENBURGER TAGEBLATT

Pressestimmen zu "Nordstern"

Ich empfehle den Debütroman Nordstern von Helmut Kuhn. Zurzeit gibt es kein schöneres, unlarmoyanteres, abenteuerlicheres Väter-Söhne-Buch.
ELMAR KREKELER, LITERARISCHE WELT

Nordstern ist mehr als eine Kriminalgeschichte, die auf wahren autobiographischen Begebenheiten beruht. Ein wunderbares Märchenbuch, auch für Frauen – vor allem aber für Väter von Söhnen.
DIE WELT

Helmut Kuhn hat ein packendes Buch geschrieben: eine Mischung aus Krimi und Vater-Sohn-Geschichte. Er erzählt von einer obsessiven Spurensuche genauso wie von seinen aufgewühlten Gefühlen.
DIE TAGESZEITUNG

Die intensiven und sprachlich brillanten Schilderungen der seelischen Verwüstungen, die das Verbrechen in den Familien der Verschwundenen anrichtete sind Höhepunkte dieser „Faction“, dieses Tatsachenromans. Und gleichzeitig ein Stück gelungene Trauerarbeit.
KIELER NACHRICHTEN

Bereits nach wenigen Zeilen wird der große literarische Anspruch Kuhns an seine schriftstellerische Arbeit deutlich. So entpuppt er sich als ungemein sorgfältiger Beobachter, der nicht nur seine eigenen Empfindungen mit Geistesschärfe kontempliert, sondern auch aus dem Facettenreichtum seiner Umgebung ein für den Leser überaus farbiges, plastisches Gesamtbild zu zimmern versteht. (…) Ein Werk, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
MÜNCHNER MERKUR

Pressestimmen zu "Fünf Jahres meines Lebens"

Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.
JOHN LE CARRÉ

 Michael Obert
Bild: © David Fischer
Michael Obert, 1966 in Breisach am Rhein geboren, studierte Betriebswirtschaft und arbeitete längere Zeit im mittleren Management, bis er zu einer zweijährigen Reise durch Lateinamerika aufbrach. Anschließend begann er ein neues Leben als Buchautor und Journalist. Seine Reportagen und Fotografien erscheinen unter anderem in Die Zeit, Geo Saison, Stern und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sowie in Das Magazin (Zürich), Sonntagszeitung (Zürich), Der Standard (Wien), Courrier International (Paris) und The Journal (New York).

Seine ausgedehnten Reisen führen Michael Obert nach Mittel- und Südamerika, in den Südpazifik, nach Asien und Afrika. Zuletzt erschien sein preisgekrönter literarischer Reisebericht »Regenzauber« über eine siebenmonatige Passage von der Quelle bis zur Mündung des Niger: »ein unerhört spannendes und sinnliches Buch« (Süddeutsche Zeitung), »ein Buch, in dem man hinter jeder Biegung Neues entdeckt« (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Zwischen seinen Reisen lebt Michael Obert in Berlin. (www.obert.de; www.regenzauber.de)
www.obert.de
 Wolfgang Büscher
Bild: © privat
Wolfgang Büscher, geboren 1951 bei Kassel, hat lange Jahre für die "Süddeutsche Zeitung", "Geo" und die "Neue Zürcher Zeitung" geschrieben und zuletzt das Ressort "Reportage" bei der "Welt" geleitet. Heute ist er Autor der "Zeit". 1998 erschien sein Buch "Drei Stunden Null. Deutsche Abenteuer", 2003 "Berlin - Moskau. Eine Reise zu Fuß", 2005 "Deutschland, eine Reise". 2002 wurde Wolfgang Büscher mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet, 2003 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik und 2006 mit dem Ludwig-Börne-Preis.
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
im BKA-Theater
Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg (UBhf.: Mehringdamm), 10961 Berlin