Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Gelaufene Veranstaltung

Donnerstag, 19. April 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

BERLINER BUCHPREMIERE - Lesung mit Gespräch

Olga Martynova liest aus ihrem neuen Buch „Über die Dummheit der Stunde. Essays“


Bild: © cover: S.Fischer
Was verändert sich gerade, in Deutschland, in Europa, weltweit? Kann Literatur überhaupt etwas zur Erkenntnis der Gegenwart beitragen? Welche Rolle spielt die Vergangenheit dabei? Und sollte die Literatur wieder politischer werden? Olga Martynova reist ins heutige Jerusalem und zurück in die Sowjetunion der achtziger Jahre. Sie trifft Künstler und Intellektuelle in ihrer Heimatstadt St. Petersburg und auf der Krim, und immer wieder wirft sie die Frage auf, wie Literatur mit den Schrecken der Zeit und der Tragik des Lebens umgeht. Im Reisegepäck hat sie dabei Autoren wie Joseph Brodsky und Paul Celan, Ossip Mandelstam und Ovid. Olga Martynovas Essays sind hellwach und hoch reflektiert. Es sind literarische Grenzgänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sensible Momentaufnahmen einer unruhigen Welt.
Leseprobe auf fischerverlage.de

Eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins „Freunde und Förderer des Literarischen Salons e. V.“


Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt.

 Olga Martynova
Bild: © Jürgen Bauer
Olga Martynova, 1962 bei Krasnojarsk in Sibirien geboren, wuchs in Leningrad auf und studierte dort russische Sprache und Literatur. 1991 zog sie nach Deutschland. Sie schreibt Gedichte (auf Russisch) und Essays und Prosa (auf Deutsch). Mit ihrem Romandebüt ›Sogar Papageien überleben uns‹ (2010) kam sie auf die Longlist des Deutschen Buchpreises und auf die Shortlist des aspekte-Literaturpreises. 2011 erhielt sie den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Roswitha-von-Gandersheim-Preis. Für ein Kapitel aus ihrem Roman »Mörikes Schlüsselbein«gewann sie 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2015 erhielt sie den Berliner Literaturpreis und hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne. 2016 erschien ihr dritter Roman »Der Engelherd«. Olga Martynova lebt mit ihrem Mann, dem Autor Oleg Jurjew, in Frankfurt am Main.
Moderation: Britta Gansebohm
Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V.
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Gelaufene Veranstaltung

Freitag, 06. April 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

BUCHPREMIERE - Lesung auf Englisch mit Gespräch in englischer und deutscher Sprache

Kevin McAleer liest aus seinem druckfrischen Buch “Errol Flynn: An Epic Life” (PalmArtPress, März 2018)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verlag PalmArtPress.


Bild: © Cover: PalmArtPress
Das grundlegende Drama mit Errol Flynn war, dass er alles hatte – Schönheit, Charme, Talent und Intelligenz, ebenso wie eine große Anhängerschaft von ergebenen Fans und bereitwilligen Frauen. Er verkörperte das klassische Bildnis des draufgängerischen Helden und romantischen Liebhabers. Wovon andere Männer nur träumten, lebte Flynn mit einem Stil und Schwung, der jeden Film übertraf, den er gemacht hatte. Aber irgendwo auf der Reise zur cineastischen Unsterblichkeit betrat er einen Lebenswandel der Selbstzerstörung, der seine Karriere beschädigte und ihn schließlich umbringen sollte. Warum ist dies geschehen? Was waren die Zwänge, die dieses komplexe Individuum umtrieben, von seinem eigenen Vater als „Rätsel“ bezeichnet? Kevin McAleer ist nicht der erste, der sich seinen Weg durch den Irrgarten der Legende Flynns bahnt, durch die Mythen und Lügen, doch hat bisher niemand den Versuch unternommen, das epische Narrativ seines Lebens in Verse zu fassen. Nicht nur Flynns Ghostwriter des Memoirs “My Wicked, Wicked Ways” nannte ihn „einen der poetischsten Männer, die ich je getroffen habe.“ Auch McAleer hält an der Meinung fest, dass die Biographien und weiteren Zeugnisse Flynns daran gescheitert seien, dessen Verve und Ausdruckskraft zu erfassen. Dieser sei einem Zeitalter der hochtrabenden Lyrik näher gewesen als unserer prosaischen Gegenwart. Und auch Flynn selber beteuerte gerne, dass er im falschen Jahrhundert geboren sei. Daher nimmt McAleer ihn beim Wort und erzählt Flynns Geschichte im selben Stil nach, wie die Barden die Geschichte Robin Hoods erzählten – Flynns berühmteste filmische Inkarnation.

Beim Erfassen von Flynns Leben lässt sich McAleer zudem von Lord Byrons spielerischen “Don Juan” inspirieren, dessen Stanza er verwendet. Flynn war nicht nur die Verkörperung von Byronscher Romantik, sondern einer der großen Libertins des 20. Jahrhunderts – 1948 spielte er auch die Titelrolle in dem Hollywoodfilm “Adventures of Don Juan” – so dass es nur allzu passend ist, das Leben von Errol Flynn mit der flotten ottava-rima Strophe nachzuerzählen.
Dies ist sowohl Poesie für Menschen die denken, sie mögen keine Poesie, als auch für alle, die beißende Filmstar-Bios und eine lebenslustige Tollerei genießen.

Aus dem Vorwort des Autors Carey Harrison

»McAleers Entschluss, seinen Helden Flynn in Byronscher Maske zu präsentieren, ist an Genialität kaum zu übertreffen. Die Umsetzung gelingt in doppelter Hinsicht: Nicht nur, dass er Flynns Charisma – in dem dieser Lord Byron so ähnlich scheint – lebendig werden lässt, McAleer tut dies auch noch in Versen von unverkennbar Byronscher Extravaganz. McAleers Witz und sprachliches Geschick sind der Wind in den Segeln dieses grandiosen Unterfangens. Sie treiben dieses herrliche, urkomische und bewegende Buch sicher voran. Es ist eine rückhaltlose Hommage, nicht nur an Flynn, sondern auch an Byron selbst sowie all die Unerschrockenen, die sich nicht scheuten, die Bühne des Lebens zu entern und ihren Platz im Rampenlicht einzufordern.«


 Kevin McAleer
Bild: © Sharon Back.
Kevin McAleer wurde 1961 in Santa Monica, Kalifornien, geboren. Er hat an der University of California, San Diego in Geschichte promoviert und lebt heute als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Seine Kurzgeschichten sind in deutschen und amerikanischen Zeitschriften erschienen, er ist u. a. Autor der Romane “Surferboy” und “Berlin Tango”, Mitherausgeber der zweibändigen Aufsatzsammlung “Everyman in Europe: Essays in Social History”, Verfasser der historischen Abhandlung “Dueling: The Cult of Honor in Fin-de-Siècle Germany”, die von der Encyclopaedia Britannica zu einem ihrer „Bücher des Jahres“ gekürt wurde. In “Errol Flynn: An Epic Life” bringt der Autor jetzt die Kunst der Lyrik zusammen mit seiner ihm eigenen Kombination von Erzählkunst und Wissenschaft.

Über Kevin McAleers vielbeachtetes geschichtswissenschaftliches Werk “Dueling: The Cult of Honor in Fin-de-Siècle Germany”

»McAleers Portrait von Deutschlands duellierenden Klassen ist rasant und haarsträubend zugleich. Das wundervolle Epigraph, entnommen aus W. Somerset Maugham, illustriert dies genau: ‘Der Mensch hat es immer einfacher gefunden, sein eigenes Leben zu opfern, als das Einmaleins zu erlernen’.«
The Wall Street Journal

Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
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