Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Gelaufene Veranstaltung

Freitag, 12. Oktober 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Buchpräsentation

Rei Gesing liest aus seinem Buch „Die Weisheit der 100-Jährigen. 7 Fragen an die ältesten Menschen Deutschlands“ (Solibro Verlag, erschienen am 4. September 2018)

Lesung mit Gespräch und Live-Zeichnung der im Buch zu Wort kommenden 100-Jährigen


Bild: © Gerald Matzka (Pressefoto)
Wer die Frage nach dem Sinn des Lebens ergründen möchte, findet kaum bessere Gesprächspartner als Menschen, die selbst schon über mehr als 99 Jahre Lebenserfahrung verfügen. „ln unseren hektischen und angespannten Zeiten nehmen diese Menschen eine ganz besondere Rolle ein: Sie müssen niemandem mehr "etwas beweisen", sondern können schonungslos ehrlich auf ihr Leben zurückblicken“, sagt Autor Rei Gesing. Er ist daher durch ganz Deutschland gereist und hat 36 Interviews mit Hochbetagten von 99 bis 112 interviewt, darunter auch die kürzlich verstorbene älteste Deutsche Edelgard Huber von Gersdorff. Von ihnen wollte der Autor wissen, was sie in ihren Augen richtiggemacht haben, was ihnen Gück bescherte, aber auch, wie sie Stress bewältigt haben und was ihnen Kraft gegeben hat.

Bebildert ist das Buch mit Zeichnungen des Grafikers André Kröker, der alle betagten Gesprächspartner Gesings porträtiert hat. Darüber hinaus entwarf die international bekannte Typografin Gudrun Zapf von Hesse, die auch als Interviewpartnerin im Buch zu Wort kommt, eigens zu ihrem 100. Geburtstag eine neue Schriftart („Hesse Antiqua"), die in den Kapitelüberschriften des Buchs verwendet wird. Das Vorwort wurde von Simone Rethel-Heesters, der Witwe von Johannes Heesters (108) verfasst.

„Man muss selber dafür sorgen, dass man glücklich ist. Ich wollte unbedingt Kinder haben, weil ich wusste, dass mich das glücklich machen würde. Obwohl alle mir abgeraten haben mit "Bist du verrückt? Du willst jetzt mitten im Krieg Kinder?", bin ich in einer der schlimmsten Bombennächte Mutter geworden."

 Rei Gesing
Bild: © privat
Rei Gesing, geboren 1973 im westfälischen Ahaus, ist als Autor und Unternehmensberater in Münster und Berlin tätig. Neben Gedichtbänden, einer Novelle und einem Roman veröffentlichte er Ratgeberbücher zur Burnout-Prävention. Rei Gesing hat im Bereich der Pflege seinen Zivildienst absolviert und gemeinsam mit seiner Familie über 20 Jahre seine vom Hals abwärts gelähmte Mutter gepflegt. Er ist ehrenamtlich als Betreuer tätig und richtet regelmäßig Veranstaltungen zugunsten verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen aus. Für das Buch „Burnoutschutz – ABC für Pflegende“ arbeitete er zusammen mit der Berliner Pflegedienstleiterin Gudrun Panicke-Schulz.
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Mitte / Rosenthaler Platz, 10115 Berlin
www.z-bar.de
Gelaufene Veranstaltung

Mittwoch, 19. September 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung mit Gespräch

Carmen-Francesca Banciu liest aus ihrem aktuellen Roman „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!“ (PalmArtPress; Auflage: 2, 4. September 2018)

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2018


Bild: © PalmArtPress; Auflage: 2
Die Kindheit endet tatsächlich erst dort, wo die Geschichte unserer Eltern zur eigenen Geschichte wird und wir vor ihren wie vor den eigenen Abgründen die Augen nicht mehr verschließen können.

Maria-Maria reist nach Rumänien, um ihren verunglückten Vater zu besuchen und ihn, trotz seiner besitzergreifenden Geliebten, zu betreuen. In seinen Augen hat sie, die Tochter, die reale Utopie der kommunistischen Gesellschaft verraten. Sie wiederum erkennt in ihm ausschließlich den festgefahrenen Parteirhetoriker, der sich als moralische Instanz aufspielte, anderen Opfer abverlangte, aber selbst ein bigottes Leben führte.

Der neue Roman von Carmen-Francesca Banciu handelt vom Tod eines vermeintlichen Patrioten, für den Vaterland, Partei und der Aufbau einer neuen Gesellschaft stets den wichtigsten Platz in seinem Leben einnahmen und von der Liebe, die man sich von den Eltern erhofft, die einem versagt bleibt, und die man selbst zu geben vielleicht nicht imstande ist. Sie spürt der Frage nach, wie man Abschied von den Eltern nehmen, wie man mit ihren Lebenslügen umgehen kann, und welche persönliche Veränderung man dabei erfährt.

Die versartige Sprache des Romans überträgt die Dramatik der zwischenmenschlichen Beziehungen direkt auf die Leser, die dadurch Teil des Erzählten werden. Banciu beobachtet das Sterben des Vaters, sie horcht und wartet. In der Wiederholung entfalten die Worte ihre Suggestivkraft. Banciu umkreist ihre Figuren, schöpft aus Erinnerungen wie aus einer geteilten Gegenwart. Ein Wort zieht das nächste nach sich. Man erlebt, wie sich Gedanken formen und wie sie wieder in sich zusammenstürzen. Ihr Abgesang auf die ideologische Überhöhung der Familie, der Partei und des Vaterlandes steckt voller Mut und Aktualität.

PRESSESTIMMEN

»Das ist herzergreifend und lehrreich zugleich. Eine besondere literarische Leistung.«
NDR Kultur, 05.07.2018 Ulrike Sárkány

»Carmen Francesca Banciu hat wiederum ein sehr bewegendes Buch vorgelegt, das zu fesseln vermag und gerade auch wegen der hohen Suggestivkraft ihrer lyrischen Sprache nur zu empfehlen ist.«
Literaturkritik, 30.06.2018 Anke Pfeifer

»Was für ein Buch, welch bühnenreife Sprache! (…) Unkonventionelle Literatur, großartige Literatur.«
Weser Kurier, 13.06.2018 Hendrik Werner


 Carmen-Francesca Banciu
Bild: © Marijuana Gheorghiu
Carmen-Francesca Banciu, geboren 1955 in Lipova, Rumänien ist sowohl rumänische und als auch deutsche Schriftstellerin. Zwischen 1974 und 1980 studierte sie Kirchenmalerei in Arad und Außenhandel an der Fachhochschule in Bukarest. 1985 wurde ihr der Internationale Kurzgeschichtenpreis der Stadt Arnsberg verliehen, daraufhin erfolgte ein 5-jähriges Publikationsverbot in Rumänien. Nach ihrem Aufenthalt in Berlin als Stipendiatin des Künstlerprogramms des DAAD wählte sie im Jahr 1991 diese Stadt als ihren Hauptwohnsitz. Seit 1996 schreibt sie ihre Werke hauptsächlich auf Deutsch. Sie arbeitet ebenso als Übersetzerin, Lektorin und schreibt Beiträge für den Rundfunk und diverse Zeitungen. Zudem ist Carmen- Francesca Banciu Dozentin für Kreativitätstraining. Sie hat den Kurs „Touching Life – Das Leben Berühren“ kreiert, leitet Seminare für Kreatives Schreiben an Universitäten in den USA, UK, der Sommerakademie Venedig und eine Weiterbildungsliteraturwerkstatt für Autor*innen aus der Bundesrepublik.
Seit 2003 ist sie Contributing Editor für die Internetzeitschrift "LOGOS a Journal for Modern Culture and Society" und “The Brooklyn Rail” in New York. Seit 2013 ist Banciu Mitherausgeberin/Stellvertretende Direktorin des interdisziplinären, mehrsprachigen, transnationalen E-Magazin LEVURE LITTERAIRE.

Veröffentlichungen u.a.

  • 1998 „Vaterflucht“ (der erste Roman in deutscher Sprache), Volk und Welt, Berlin 2000 „Ein Land voller Helden“ (Roman), Ullstein, Berlin
  • 2002 „Berlin ist mein Paris, Geschichten aus der Hauptstadt“ (Erzählungen), Ullstein, 2007 „Das Lied der traurigen Mutter“ (Roman), Rotbuch, Berlin
  • 2015 „Leichter Wind im Paradies“ (Roman), PalmArtPress Berlin (Vorwort: Werner Fritsch)
  • 2018 „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!“, PalmArtPress

Auszeichnungen

  • 1985 Internationaler Kurzgeschichtenpreis der Stadt Arnsberg für Das strahlende Ghetto
  • Stipendiatin des Künstlerprogramms des DAAD, Berlin 1991
  • 2007 GEDOK Literaturförderpreis
  • 2014 Dorfschreiber von Katzendorf (Siebenbürgen)
  • 2017 Zweiter Platz bei Play for Voices - Words without Borders Radio Drama Contest für It’s Cold and It’s Getting So Dark (Übersetzung: Elena Mancini)
  • 2018 Nominiert für den Deutschen Buchpreis (Longlist) für „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!“

Moderation: Britta Gansebohm
Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V.
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Mitte / Rosenthaler Platz, 10115 Berlin
www.z-bar.de
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