Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Gelaufene Veranstaltung

Donnerstag, 06. Dezember 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Buchpremiere: Lesung mit Gespräch

Carsten Schmidt liest aus seinem Debütroman „Ausgekafkat. Ein Lebensversuch im Land der Dichter und Denker“ (Drava Verlag, Oktober 2018)

Eine Veranstaltung des Literarischen Salons in Kooperation mit dem Drava Verlag.

„Ausgekafkat“ ist ein Gesellschaftsroman, der zeigt, wie sich Intellektuelle manchmal so weit von der realen Welt entfernen, bis sie nirgendwo mehr ankommen – und ihren Träumen und falschen Vorstellungen im angeblichen Land der Dichter und Denker erliegen.

Ausgehend von einem Racheakt an dem umstrittenen Literaturprofessor Gothial im Herbst 2010 an der Berliner Brecht-Universität, werden durch Rückblenden ins brandenburgische Zehdenick der 80er Jahre sowie Kameraschwenks ins heutige Istanbul und Afghanistan die Hintergründe der Tat und das Umfeld der einstigen Germanistikstudentin Tabea Thuleweit beleuchtet.
Während Tabea die Strafe für ihre Gewalttat in Moabit und Hessen hinter Gittern absitzt, erfährt ihr Freund in Istanbul von ihrer Haft. Tabeas Bruder Friedrich ist als Bundeswehr-Arzt lebensbedrohlichen Situationen im umkämpften Afghanistan ausgesetzt.

In szenischer Darstellung erzählt Carsten Schmidt davon, wie eine verzweifelte Frau ganz langsam erkennt, worin ihre Irrtümer liegen. Er beschreibt die Arroganz der akademischen Welt ebenso wie die ignorante Haltung vieler Nicht-Akademiker. Carsten Schmidt zeigt in seinem Debütroman wie sich die Welten ohne Fremdwörter begegnen können.

Stimmen zum Buch:

»Ausgekafkat erzählt mit Kenntnis, Witz und psychologischer Tiefe von den Absurditäten der akademischen Welt, ihrer Rückseite – und vom Verstehen.«
Barbara Weitzel, WamSkompakt

»Sehr bewegend, ich habe seitenweise geweint«
Daniela Fürst, literadio Wien

»Vom ersten Satz an macht es neugierig«
Lojze Wieser


 Carsten Schmidt
Bild: © Susanne K. Seidler
Carsten Schmidt, geb. 1978 in Rostock, studierte Deutsch, Englisch und Geschichte in Rostock, Potsdam und Bradford (UK). Er arbeitet als Übersetzer, Texter und Konzepter und lektoriert Buchprojekte für Autor*innen verschiedener Verlagshäuser in der Schweiz, Österreich und Deutschland.
Seit über 15 Jahren ist er mit eigenen Texten auf Lesebühnen zu erleben. Gedichte und Kurzgeschichten fanden Aufnahme in mehreren Anthologien; für Kulturmagazine verfasste er über 200 Rezensionen. 2010 erschien seine literarische Biographie „Kafkas fast unbekannter Freund : das Leben und Werk von Felix Weltsch (1884 – 1964)“ (zugl. Dissertation an der Universität Potsdam 2008). In den Jahren 2014 und 2015 war er Autor der „morgenstoern-Kolumnen“ des Kabarett-Portals stoersender.tv. Seit 2011 lebt Carsten Schmidt in Berlin. „Ausgekafkat“ ist sein erster Roman.
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Gelaufene Veranstaltung

Donnerstag, 22. November 2018 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung & Gespräch mit dem Autor Gernot Wolfram

Buchpremiere: Die Kunst, für sich selbst zu sprechen. BpB Verlag (Bundeszentrale für politische Bildung Bonn/Berlin) 2018. Bd 10239. Erscheint am 12. November 2018

DER EINTRITT IST FREI. In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung.

Bundeszentrale für politische Bildung Bonn/Berlin Dieser Essay ist ein leidenschaftliches Plädoyer für sich selbst zu sprechen. Es ist zugleich - in aller Kürze - eine kleine Kulturgeschichte der gutgemeinten Vereinnahmungen. Etwa von Geflüchteten durch Ehrenamtliche, die deren Geschichte so vortragen als wären es ihre eigene. Sogenannte Fremde haben eben nicht nur Feinde, sondern mitunter auch überfürsorgliche Freunde, die aus ihnen hilfsbedürftige Exoten machen. Der Essay portraitiert ohne moralischen Zeigefinger einige der Irrtümer, Falschdarstellungen und oft auch unfreiwillig komische Momente von Missverständnissen, die auftreten, wenn gegenseitiges Zuhören nicht stattfindet. Wenn etwa von Künstlern Konzerte veranstaltet werden, bei denen Geflüchtete als Staffage in einem Chor auftreten oder osteuropäische Bürger klischeehaft als Europäer vom Rand dargestellt werden. Und selbst bei Philosophen wie Michel Foucault finden sich Stellen, die das Fremde als etwas Kostbar-Exotisches preisen, ohne dafür echte Belege zu erbringen.
Falsch verstandene Solidarität und übergriffiges Engagement können ebenso so viel Schaden anrichten wie Populismus oder sich wild verbreitende Verschwörungstheorien. Wenn der Einzelne jedoch ermutigt wird, seinen eigenen Standpunkt zu vertreten, aus sich heraus und ohne Zwänge von Gruppen und Ideologien, kann, so Gernot Wolfram, wieder ein Gespräch entstehen, in dem das Private und das Politische neu zueinander finden.

Der Berliner Autor macht sich in seinem Essay auf die Suche nach der Kraft von Menschen, die es gegen alle Widerstände schaffen, für ihre Anliegen selbst einzustehen und ihrer eigenen Stimme zu vertrauen. Ob es sich um Geflüchtete handelt, die es ablehnen, ständig als schweigsame Fremde vorgeführt zu werden, oder um ehemalige Waisenkinder, die in Uganda ein Dorf aus dem Nichts erschaffen oder um Künstler, die mitten in Bayern ein Hotel führen, in dem alle Beteiligten, einschließlich der Gäste, Mitspracherechte haben. Ansätze für die Stärke des Für-Sich-Selbst-Einstehens lassen sich überall finden.
Gernot Wolfram hat für diesen Essay in Uganda, Deutschland, Polen, Tschechien, Rumänien, Griechenland und der Schweiz recherchiert. Das Buch erscheint zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Die englische Fassung wird im Januar 2019 publiziert.

Dr. phil. Gernot Wolfram
Bild: © Arash Marandi
Gernot Wolfram, 1975 geb. in Zittau/Sachsen, lebt als Autor und Publizist in Berlin.
Er schreibt Essays, Romane, Erzählungen, Theatertexte und publizierte eine Vielzahl von Artikeln und Essays in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, WELT, der Süddeutschen Zeitung, taz und Jüdischen Allgemeinen. Wolfram schreibt vor allem über Grenzerfahrungen von Menschen, die zwischen verschiedenen Kulturen unterwegs sind oder sein müssen, und beschäftigt sich mit den „nomadischen Erfahrungen“ von Menschen in großen Metropolen. Für seine Erzählung "Am Radio" erhielt er 2003 den "Walter-Serner-Preis", 2010 erhielt er den Inselschreiberpreis Sylt. Seine Erzählungen wurden in acht Sprachen übersetzt. Sein viel beachteter Essayband "Der leuchtende Augenblick - Über Menschen und Orte des Lesens" wurde als wichtiger Beitrag zu einem anderen Leseverständnis rezipiert. Im November 2018 erscheint sein neuer Essay "Die Kunst, für sich selbst zu sprechen" als Eigenproduktion der Bundeszentrale für politische Bildung.

Veröffentlichungen

  • Der Fremdländer, DVA, München 2003
  • Samuels Reise, DVA, München 2005
  • Birg mich - interkultureller Dialog und jüdische Identität bei Paul Celan und Chajim N. Bialik, Berlin [u.a.] 2006 (zugleich Diss. FU Berlin 2005)
  • Paul Mühsam - Der Widerstand der Wörter. Ein Leben zwischen Deutschland und Palästina (1876 - 1960), Hentrich & Hentrich, Berlin 2006
  • Paul Celan 1920 - 1970. Der Dichter des Anderen, Berlin 2009
  • Das Wüstenhaus, DVA, Berlin 2011
  • Der leuchtende Augenblick: Über Menschen und Orte des Lesens, Hentrich & Hentrich, Berlin 2013
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
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