Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2004
Gelaufene Veranstaltung

Donnerstag, 27. Mai 2004 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung

Kurt Gawlitta liest aus seinem Roman "Der verkaufte Mund"


Die Handlung entführt den Leser ins Jahr 2010. Die Agenda der früheren Bundesregierung ist inzwischen abgearbeitet, dennoch kann von wirtschaftlichen Erfolgen keine Rede sein. Obwohl sich seit 2004 viel verändert hat - die Freie Universität Berlin heißt jetzt "Atlantic Friendship University" - und überhaupt wimmelt es von Wörtern wie "Master", "Bachelor", "Service Point", "Call Center" und "Ticket Counter", ist die vorherrschende Sprache immer noch Deutsch. Diese Tatsache behindert die völlige Einfügung des Landes in die globale Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Das soll nun geändert werden. Ein neues Gesetz soll die englische Sprache in Deutschland zur gleichberechtigten Amtssprache machen.

Der Abgeordnete Kuhlmeyer und seine Fraktion treiben das Projekt voran. Dahinter stehen Nutznießer aus Wirtschaft und Wissenschaft. Der politische Konflikt trifft auf eine apathische Gesellschaft. Die Befürworter versuchen, das Gesetz unbemerkt von der Öffentlichkeit durch den Bundestag zu schleusen. Silvia Falk, Professorin für deutsche Literatur an der "Atlantic Friendship University", nimmt mit ihren Freunden einen verzweifelten politischen Kampf auf...

"Es geht um Macht. Es wird geschildert, wie bestimmte Kräfte in Wirtschaft, Medien und Wissenschaft planvoll darauf hinarbeiten, die Vielfalt der Kultursprachen auf der Welt zu ersetzen durch die Monokultur des Englischen und Amerikanischen, um dadurch Kosten- und Positionsvorteile zu erlangen, und wie diese Interessen es anstellen, dafür Helfer in den zu deklassierenden Sprachgemeinschaften selbst zu gewinnen. (...) "Der kurze Text des Gesetzentwurfs, der in dem Roman auf zwei Seiten abgedruckt wird, gibt durch die nüchterne und unerbittliche Sprache der Rechtsnormen einen plastischen Eindruck von der Gefahr." Prof. Dr. Axel Flessner
Kurt Gawlitta, Jurist und Pädagoge, ist in einer Berliner Senatsverwaltung tätig. Buchveröffentlichungen: "Wer hat recht?" (1986), "Puccinis Augengläser, Italienische Geschichten (2001), "Wörter fallen nicht vom Himmel" (2001), "Selbstbehauptung statt Selbstaufgabe" (2002), "Deutsch nix wichtig? (2002).
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Der literarische Salon
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