Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2010
Gelaufene Veranstaltung

Dienstag, 23. Februar 2010 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung mit anschl. Gespräch

Marko Martin liest Erzählungen aus seinem aktuellen Buch "Schlafende Hunde" (Die Andere Bibliothek im Eichborn Verlag 2009)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Vereins "Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V."

Motivisch verbundene Geschichten aus Teheran, Prag, Mexico-City, Nizza, Israel, dem Kongo und anderswo: Liebe, Sex und Leben in einer globalisierten Welt. Junge Männer aus der iranischen Upper-Class, die sich aus der Enge einer geschlossenen Gesellschaft in eine nicht weniger formierte Privatexistenz flüchten; junge Israelis, die sich plötzlich in die Realität von Terroranschlägen und zweiter Intifada katapultiert sehen; ein homosexueller Museumsführer aus Berlin, der seine traumatische DDR-Vergangenheit Jahr für Jahr in zwei glamourösen Urlaubswochen an der Côte d’Azur vergessen will: Marko Martins Erzählungen demonstrieren eine hierzulande seltene Welthaftigkeit und eine unerschöpfliche Neugier, die aus der Faszination des Erotischen nicht das geringste Geheimnis macht.


"Marko Martin hat mehr von der Welt gesehen als die meisten seiner Generationsgenossen. Seine Erzählungen sind Kabinettstücke engagierter Literatur, sie fordern den Leser heraus... Acht Hohelieder auf Seelenstärke, Freundschaft und Freiheitsliebe."
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Jens Bisky)

"Die Geschichten, die auch einen ungewohnten Blick auf den Epochenumbruch von 1989 werfen, bersten vor Vitalität. (...) Marko Martins Sprache ist voller Witz, voller Passion, voller Mut von der Liebe zum Leben: das Wichtigste, das ein Autor leisten kann."
Klaus Harpprecht

Die Erzählungen "Schlafende Hunde" sind im Herbst 2009 in der von Hans Magnus Enzensberger gegründeten "Anderen Bibliothek" erschienen.
 Marko Martin
Bild: © privat
Marko Martin, geboren 1970 in Burgstädt/Sachsen, lebt – wenn er nicht auf Reisen ist – als freier Schriftsteller in Berlin. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen u.a. drei Bücher über Melvin Laskys Zeitschrift »Der Monat«, der Roman »Der Prinz von Berlin«, die Südostasien-Reportagen »Sonderzone« sowie zwei Erzählbände in der renommierten ANDEREN BIBLIOTHEK. Im Wehrhahn Verlag erschien 2013 sein Buch »Kosmos Tel Aviv«.

Mit Hochschulverbot aus politischen Gründen belegt, verließ Marko Martin im Mai 1989 als Kriegsdienstverweigerer die DDR und siedelte in die Bundesrepublik über, wo er Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte an der TU und FU Berlin mit dem Abschluss eines Magisters studierte. Nach langjährigem Aufenthalt in Paris lebt Marko Martin, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller und Publizist in Berlin. In den neunziger Jahren beschäftigte er sich - als regelmäßiger Mitarbeiter der im Dezember 2012 eingestellten Zeitschrift KOMMUNE - besonders mit französischen Intellektuellen und der Exil- und Antitotalitarismus-Thematik. Inzwischen, auch als Resultat ausgedehnter Reisen in nahezu alle Weltgegenden, liegt sein publizistischer Fokus u.a. auf Israel, Lateinamerika und Südostasien sowie auf Fragen der Menschenrechte im Zeitalter der Globalisierung. Martins zahlreiche Essays, Reise-Reportagen und Literaturkritiken erscheinen vor allem in der Welt, der Neuen Zürcher Zeitung und der Zeitschrift „mare“, aber auch der „Jüdischen Allgemeinen“ und dem Zweimonatsperiodikum „Internationale Politik“. Im September 2007 war er unter Pseudonym Sonderkorrespondent der „Welt“, um im damals diktatorisch regierten Burma über die blutige Niederschlagung der friedlichen Mönchs-Proteste zu berichten. Marko Martin, verheiratet, ist Mitglied des „PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland“ und arbeitet seit Jahren in dessen Sektion „Writers in Prison“ mit.

In seinen literarischen Arbeiten beschäftigt sich Martin vor allem mit Welt- und Fremdheitserfahrungen, die positiv konnotiert sind: In seinem Roman „Der Prinz von Berlin“ (2000) wird die Metropole ironisch aus der Sicht eines jungen libanesischen Zuwanderers beschrieben, was die „taz“ zur Einschätzung brachte, der Autor sei „im Herzen ein Dissident geblieben“. Das literarische Tagebuch „Sommer 1990“ (2004) spürt den eigenen ostdeutschen Prägungen nach, während der Essayband „Kosmos Tel Aviv“ (2012) eine Hymne an des Autors erklärte zweite Heimat ist, eine „Liebeserklärung in zärtlichem hebräisch“, die von der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ mit dem Schreibstil Bruce Chatwins verglichen wurde.

Der 2009 in der Anderen Bibliothek erschienene Prosa-Band „Schlafende Hunde“ erzählt von individuellen Schicksalen und erotischen Abenteuern vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Krisen etwa in Mexiko, Israel, Ruanda und dem Iran. Die FAZ bezeichnete die Erzählungen als „Meisterwerke der Intensität“. „Die Nacht von San Salvador“, Martins jüngster Band, 2013 wiederum in der Anderen Bibliothek erschienen, führt erneut an verschiedene Orte dieser Welt, wobei der Exotismus durch eine Vielzahl der Erzählstile gebrochen wird, wenngleich es auch hier vor allem um das Spannungsfeld zwischen Liebe, Eros, Sexus und gesellschaftlichen Brüchen geht.

Auszeichnungen

  • 1994 Arthur F. Burns Fellowship für San Francisco
  • 2003 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds der neuen Bundesländer
  • 2004 Arbeitsstipendium des Else-Heiliger-Künstlerfonds
  • 2001, 2002 und 2005 Amsterdam-Aufenthaltsstipendium der Deutsch-Holländischen Kulturstiftung

Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Der literarische Salon
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