Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2006
Gelaufene Veranstaltung

Mittwoch, 26. April 2006 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

„KLABUND – Werke in acht Bänden“ (Elfenbein Verlag)

Acht Berliner Künstlerinnen und Künstler lesen aus „KLABUND – Werke in acht Bänden“

Der Elfenbein Verlag hat nun zum ersten Mal sämtliche selbstständig publizierten Werke des Autors in einer Werkausgabe zusammengefasst.

Mit Claudia Jacobshagen, Helmut Kuhn, Gernot Wolfram, Claudius Hagemeister, Christa Schmidt, Ingo Držecnik, Max Oppel und Britta Gansebohm.

»In der Weimarer Republik war Klabund in aller Munde. Er war ein Träumer und Genießer zugleich, ein "Weltfreund" und Hymniker, der emphatisch das Dasein feierte. Er war ein Ästhet par excellence. Klabund schleuderte grandiose Romane von sich, als wären es gewaltige Blöcke. Die verschwenderisch gebotenen und nicht immer geschmackvollen Kontrasteffekte gaben ihnen einen mondänen Anstrich, der sie pikant und suspekt zugleich machte.« (Marcel Reich-Ranicki).

In den siebzig Jahren seit seinem Tod war den Versuchen einer Wiederentdeckung kein Erfolg beschieden. Als die Expressionisten ihre Renaissance erlebten, blieb der einst populäre Anverwandte unbedacht, als die politischen Zeitgenossen neu gelesen wurden, war der undogmatische und politisch richtungslose Dichter ebenfalls nicht gefragt. Klabund war nie ein vergessener Autor, aber die Breite seiner literarischen Tätigkeit ist kaum bekannt.

"Schulden wie Heu, Stroh im Kopf, und nur ein brennendes Herz", so schildert Klabund seine Situation in einem Brief. Er kannte Carola Neher gerade ein halbes Jahr und war ihr nahezu bedingungslos nach Breslau gefolgt. Ein Jahr später heiratete das Paar. Es war die zweite Ehe Klabunds, und sie verlief in turbulenten Bahnen. Vom leidenschaftlichen Streiten der Eheleute wissen die Zeitgenossen stets neue Anekdoten zu berichten. Die Ehe war von kurzer Dauer. Der zum Tode an Tuberkulose erkrankte Dichter starb im August 1928 in Davos in den Armen seiner Frau.

KLABUND - Werke in acht Bänden In Zusammenarbeit mit Ralf Georg Bogner, Joachim Grage und Julian Paulus.
Herausgegeben von Christian v. Zimmermann.
Klabund, Alfred Henschke
Bild: © ohne
Klabund, d. i. Alfred Henschke, (1890-1928) veröffentlichte von 1912 an nicht weniger als 76 Bücher, darunter Gedichtbände, Romane, Dramen, eine Vielzahl von Erzählungen, Schauspielbearbeitungen, Nachdichtungen östlicher Lyrik und Schauspiele.

Er studierte in München und Berlin und war mit der Schauspielerin Carola Neher verheiratet. Im "Dritten Reich" wurden Klabunds Bücher als Asphaltliteratur verboten. Seitdem blieb eine eigentliche Wiederentdeckung aus.
 Helmut Kuhn
Bild: © Laura J. Gerlach
Helmut Kuhn, geboren 1962 in München, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Paris. Er arbeitete bei der deutschjüdischen Zeitschrift Aufbau in New York und lebt heute als freier Journalist und Autor in Berlin. Helmut Kuhn schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Stern, Focus und mare. 2002 erschien sein vielbeachtetes Romandebüt Nordstern. Als Co-Autor verfasste er zusammen mit Murat Kurnaz Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo (2007), über den John Le Carré schrieb: „Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.“ Sein neuer Roman Gehwegschäden erscheint im Frühjahr 2012 in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Bibliographie

Nordstern.
Roman. Marebuch, Hamburg 2002.

Regen im 5/4 Takt.
Erzählungen. Satyr, Berlin 2006.

Arm, reich – und dazwischen nichts? Streifzüge durch eine veränderte Gesellschaft.
Lübbe, Bergisch Gladbach 2007.

Helmut Kuhn / Murat Kurnaz: Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo.
Rowohlt, Berlin 2007.

Helmut Kuhn / Cem Gülay: Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere.
Deutscher Taschenbuch Verlag, Berlin 2009.

Pressestimmen zu "Regen im 5/4 Takt"

Kuhn gelingt mit klarer Sprache, bildhafter, teils poetischer Beschreibung, den Leser an den Empfindungen des Ich-Erzählers teilnehmen zu lassen.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Der Journalist in ihm wird evident: die Sprache klar und anschaulich, die szenischen Schilderungen atmosphärisch, die Personenbeschreibungen detailliert und fein beobachtet. Dass Kuhn auch gediegene Prosa produzieren kann, beweisen Passagen, die keinen Schauplatz und keine Person schildern, sondern der Getriebenheit und der Tragik des Protagonisten eine Sprache geben.
LYRIKWELT

Kuhn gießt das Unglaubliche in Worte.
OFFENBURGER TAGEBLATT

Pressestimmen zu "Nordstern"

Ich empfehle den Debütroman Nordstern von Helmut Kuhn. Zurzeit gibt es kein schöneres, unlarmoyanteres, abenteuerlicheres Väter-Söhne-Buch.
ELMAR KREKELER, LITERARISCHE WELT

Nordstern ist mehr als eine Kriminalgeschichte, die auf wahren autobiographischen Begebenheiten beruht. Ein wunderbares Märchenbuch, auch für Frauen – vor allem aber für Väter von Söhnen.
DIE WELT

Helmut Kuhn hat ein packendes Buch geschrieben: eine Mischung aus Krimi und Vater-Sohn-Geschichte. Er erzählt von einer obsessiven Spurensuche genauso wie von seinen aufgewühlten Gefühlen.
DIE TAGESZEITUNG

Die intensiven und sprachlich brillanten Schilderungen der seelischen Verwüstungen, die das Verbrechen in den Familien der Verschwundenen anrichtete sind Höhepunkte dieser „Faction“, dieses Tatsachenromans. Und gleichzeitig ein Stück gelungene Trauerarbeit.
KIELER NACHRICHTEN

Bereits nach wenigen Zeilen wird der große literarische Anspruch Kuhns an seine schriftstellerische Arbeit deutlich. So entpuppt er sich als ungemein sorgfältiger Beobachter, der nicht nur seine eigenen Empfindungen mit Geistesschärfe kontempliert, sondern auch aus dem Facettenreichtum seiner Umgebung ein für den Leser überaus farbiges, plastisches Gesamtbild zu zimmern versteht. (…) Ein Werk, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
MÜNCHNER MERKUR

Pressestimmen zu "Fünf Jahres meines Lebens"

Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.
JOHN LE CARRÉ

Dr. phil. Gernot Wolfram
Bild: © Christine Haag
Gernot Wolfram, 1975 in Zittau in Sachsen geboren, arbeitet als Autor und Publizist und lehrt an verschiedenen Hochschulen. 2002 wurde er mit den Walter-Serner-Preis ausgezeichnet. Für einen Auszug aus seinem neuen Roman Das Wüstenhaus erhielt er 2010 den Inselschreiberpreis Sylt. Bei DVA erschien sein vielbeachteter Erzählungsband Der Fremdländer und sein Debütroman Samuels Reise.
 Claudius Hagemeister
Bild: © Frank Wiemann
Claudius Hagemeister wurde 1968 geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Er ist von der Schule geflogen und arbeitete anschließend als Erzieher in der Jugendarbeit, später als Drehbuchautor für Computerspiele. Gegenwärtig ist er als Aushilfs-Programmassistent für Verkehrsfunk tätig.

Letzte Veröffentlichungen: „Das Hansaviertel frisst euch und eure Kinder!“ (Erzählung), in: „Die Stadt von morgen – Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels Berlin“, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2008. „1“, „2“ und „3“ (Minigeschichten), in: „No Man’s Land“, Online-Magazin für deutsche Literatur in englischer Übersetzung, 2009. „Marlou hatte Schuhe an“ (Erzählung), in der Anthologie „Bloß keinen Grießbrei an Heiligabend“, herausgegeben von Feridun Zaimoglu, Ullstein Verlag, 2010.
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin