Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Veranstaltungen 2010
Gelaufene Veranstaltung

Montag, 11. Januar 2010 um 20.00 Uhr
im BKA-Theater

Lesung mit anschließendem Gespräch

Cem Gülay liest gemeinsam mit Helmut Kuhn aus seinem Buch ”Türken-Sam. Eine deutsche Gangsterkarriere”

Junge Deutschtürken der dritten Generation sprechen plötzlich kein Deutsch mehr. Eine Passantin stirbt, weil sie durch eine verirrte Kugel aus einem deutschtürkischen Bandenkrieg getroffen wird. Drei jugendliche Migranten versuchen Polizisten in einen Hinterhalt zu locken, um sie zu erschießen. Was geht da vor?

Cem Gülay ist intelligent, sieht gut aus, hat Abitur. Doch in der Schule wie beim Fußball gab man ihm immer wieder zu verstehen: Du gehörst nicht dazu. Er entschied sich für eine Gangsterkarriere und bewegte sich unter den Good Fellas des Milieus wie ein Fisch im Wasser. Erst als der legendäre Hamburger Pate M. ihm zuredete, beschloss er auszusteigen. Die Chance hatte er. Viele junge Migranten sehen für sich keine Chance, es sei denn, als »Soldat« in einer Mafiastruktur. Gewalt wird zum einzigen Mittel, um sich Ansehen zu verschaffen. Das endet oft mit Knast oder Tod.

Cem Gülay kennt die Ursachen und Hintergründe dieser fatalen Entwicklung aus eigener Erfahrung. Wenn nichts getan wird, warnt er, wird die Gewalt explodieren - nicht in den Vorstädten wie anderswo, sondern in den Innenstädten, wo die Migranten leben.
Kanal von DTV@YouTube Cem Gülay über sein Buch "Türken-Sam - Eine deutsche Gangsterkarriere"
 Cem Gülay
Bild: © Bene Müller
Cem Gülay wurde 1970 in Hamburg geboren und lebt heute in Berlin.
www.dtv.de/autoren/cem_guelay_13532.html
 Helmut Kuhn
Bild: © Laura J. Gerlach
Helmut Kuhn, geboren 1962 in München, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Paris. Er arbeitete bei der deutschjüdischen Zeitschrift Aufbau in New York und lebt heute als freier Journalist und Autor in Berlin. Helmut Kuhn schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Stern, Focus und mare. 2002 erschien sein vielbeachtetes Romandebüt Nordstern. Als Co-Autor verfasste er zusammen mit Murat Kurnaz Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo (2007), über den John Le Carré schrieb: „Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.“ Sein neuer Roman Gehwegschäden erscheint im Frühjahr 2012 in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Bibliographie

Nordstern.
Roman. Marebuch, Hamburg 2002.

Regen im 5/4 Takt.
Erzählungen. Satyr, Berlin 2006.

Arm, reich – und dazwischen nichts? Streifzüge durch eine veränderte Gesellschaft.
Lübbe, Bergisch Gladbach 2007.

Helmut Kuhn / Murat Kurnaz: Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo.
Rowohlt, Berlin 2007.

Helmut Kuhn / Cem Gülay: Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere.
Deutscher Taschenbuch Verlag, Berlin 2009.

Pressestimmen zu "Regen im 5/4 Takt"

Kuhn gelingt mit klarer Sprache, bildhafter, teils poetischer Beschreibung, den Leser an den Empfindungen des Ich-Erzählers teilnehmen zu lassen.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Der Journalist in ihm wird evident: die Sprache klar und anschaulich, die szenischen Schilderungen atmosphärisch, die Personenbeschreibungen detailliert und fein beobachtet. Dass Kuhn auch gediegene Prosa produzieren kann, beweisen Passagen, die keinen Schauplatz und keine Person schildern, sondern der Getriebenheit und der Tragik des Protagonisten eine Sprache geben.
LYRIKWELT

Kuhn gießt das Unglaubliche in Worte.
OFFENBURGER TAGEBLATT

Pressestimmen zu "Nordstern"

Ich empfehle den Debütroman Nordstern von Helmut Kuhn. Zurzeit gibt es kein schöneres, unlarmoyanteres, abenteuerlicheres Väter-Söhne-Buch.
ELMAR KREKELER, LITERARISCHE WELT

Nordstern ist mehr als eine Kriminalgeschichte, die auf wahren autobiographischen Begebenheiten beruht. Ein wunderbares Märchenbuch, auch für Frauen – vor allem aber für Väter von Söhnen.
DIE WELT

Helmut Kuhn hat ein packendes Buch geschrieben: eine Mischung aus Krimi und Vater-Sohn-Geschichte. Er erzählt von einer obsessiven Spurensuche genauso wie von seinen aufgewühlten Gefühlen.
DIE TAGESZEITUNG

Die intensiven und sprachlich brillanten Schilderungen der seelischen Verwüstungen, die das Verbrechen in den Familien der Verschwundenen anrichtete sind Höhepunkte dieser „Faction“, dieses Tatsachenromans. Und gleichzeitig ein Stück gelungene Trauerarbeit.
KIELER NACHRICHTEN

Bereits nach wenigen Zeilen wird der große literarische Anspruch Kuhns an seine schriftstellerische Arbeit deutlich. So entpuppt er sich als ungemein sorgfältiger Beobachter, der nicht nur seine eigenen Empfindungen mit Geistesschärfe kontempliert, sondern auch aus dem Facettenreichtum seiner Umgebung ein für den Leser überaus farbiges, plastisches Gesamtbild zu zimmern versteht. (…) Ein Werk, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
MÜNCHNER MERKUR

Pressestimmen zu "Fünf Jahres meines Lebens"

Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.
JOHN LE CARRÉ

Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
im BKA-Theater
Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg (UBhf.: Mehringdamm), 10961 Berlin