Salonkultur - Der Literarische Salon - Berlin

Litrarische Salonkultur

Aktuelle Veranstaltung

Mittwoch, 29. November 2017 um 20.00 Uhr
ADMIRALSPALAST

BERLINER BUCHPREMIERE & Gespräch mit Heidi Benneckenstein

Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie (Klett-Cotta Verlag, Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2017)

Die Autobiographie einer Aussteigerin aus der Neonazi-Szene mit Einblick in die innere Organisation der rechten Szene.


Bild: © Buchcover: Klett-Cotta Verlag
Wer so tief im braunen Sumpf steckt, schafft es nicht über Nacht hinaus.
Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut auszusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt.

Deutschland, Ende der 1990er, ein idyllisches Dorf bei München. In Heidis Familie ist die Zeit stehen geblieben. Als kleines Mädchen wird sie in konspirative Ferienlager der »Heimattreuen Deutschen Jugend« geschickt, wo schon für die Kleinen paramilitärischer Drill auf dem Programm steht. Dort lernt sie auch, das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 in Holz zu sägen. Mit fünfzehn nimmt Heidi an rechten Aufmärschen teil, hetzt gegen Ausländer und prügelt auf einen Fotografen der »Lügenpresse« ein. Heidis Welt bekommt erste Risse, als sie Flex kennenlernt, einen nicht mehr restlos überzeugten Liedermacher aus der rechten Szene. Mit zwanzig vollzieht sie die komplette Kehrtwende, bricht den Kontakt zu ihrer Familie ab, taucht unter, lässt die Welt der alles umfassenden Nazi-Ideologie hinter sich und durchläuft ein Aussteiger-Programm. Dies ist die Geschichte ihrer zwei Leben.

Aus dem Titel »Ein deutsches Mädchen« ist speziell für den Deutschunterricht eine Schulausgabe von Ernst Klett Sprachen ausgearbeitet worden. Der Text wurde gekürzt, unbekannte und komplizierte Begriffe erklärt und Hintergrundinformationen schülergerecht aufbereitet. Auf diese Weise wird dieses wichtige Buch auch für die Schule erschlossen.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Literarischen Salons von Britta Gansebohm und des Klett-Cotta Verlages.

PRESSESTIMMEN

»Heidi Benneckenstein liefert erschreckende Einblicke in ein lange unterschätztes rechtsradikales Milieu – und sie erzählt von einem mutigen Neuanfang. Eine beeindruckende Geschichte.«
Yasemin Ergin, ndr, Oktober 2017

»Benneckensteins Buch ist das Porträt einer Aussteigerin. Es zeigt, wie autoritäre Erziehung und Rassenideologie ein junges Mädchen zu einer überzeugten Nationalsozialistin machten.«
Xaver von Cranach, Der Spiegel, 07.10.2017

»Benneckenstein gelingt etwas, was bisher noch wenigen Aussteigern gelungen ist: Sie legt tatsächlich eine wohlüberlegte Publikation vor, die sich durch eine grundlegende Reflexion mit der einstmals vertretenden Ideologie auszeichnet. (…) „Gleichzeitig hat das Werk insofern einen besonderen Wert, als dass es die Perspektive und die Wahrnehmung erweitern kann.(…) So gesehen ist „Ein deutsches Mädchen“ eines der besten Aussteiger-Bücher, das gegenwärtig erhältlich ist.«
Johannes Hartl, Blog Zeit, 15. Oktober 2017


Ticketvorverkauf:
www.ticketmaster.de oder telefonisch unter 01806-999 0000 sowie direkt im Admiralspalast. Ermäßigte Karten gibt es ausschließlich an der Kasse im Admiralspalast mit entsprechendem Ausweis.

 Heidi Benneckenstein
Bild: © Annette Hauschild/Ostkreuz
Heidi Benneckenstein, geborene Redeker, wurde in der Nähe von München geboren. Sie stammt aus einer Familie von überzeugten Nazis und wurde, wie Tausende anderer Kinder aus dem militanten rechten Milieu, völkisch erzogen. Ihre früheren Kameradinnen und Kameraden zündeln heute bei NPD, Pegida oder im Verborgenen. Heidi ist den mutigen Weg des Ausstiegs gegangen.
Moderation: Britta Gansebohm
Der Literarische Salon Britta Gansebohm
ADMIRALSPALAST
Friedrichstraße 101, Berlin Mitte, 10117 Berlin
Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 8 Euro (für Berlin-Ausweisträger & Studenten)
Reservierung: 01806-999 0000 sowie direkt im Admiralspalas
oder direkt per: Online-Kartenverkauf
Vorankündigung

Freitag, 01. Dezember 2017 um 20.30 Uhr
in der Z-BAR

Lesung mit Gespräch

Norman Ohler liest aus seinem neuen Roman „Die Gleichung des Lebens“ (Kiepenheuer & Witsch, 2017)

Eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins „Freunde und Förderer des Literarischen Salons e. V.“

Über das Buch: Sommer 1747. Friedrich II. will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen, um dort Flüchtlinge anzusiedeln. Das Mathematikgenie Leonhard Euler soll die nötigen Berechnungen durchführen. Wo noch Fische, Schildkröten und Wasservögel in überwältigender Artenvielfalt leben, sollen Kühe grasen und die Kartoffel wachsen. Das unwegsame, von aufsässigen wendischen Fischern bewohnte Oderbruch soll in Ackerland verwandelt werden. Es ist die Zeit vor der gewaltigen Johanniflut, die das Bruch wie seit Urzeiten überschwemmen wird. Unter den Fischern herrscht Unruhe, sie fürchten den Untergang ihrer Welt. Als ein Ingenieur des Königs tot am Oderstrand angetrieben wird, übernimmt Leonhard Euler die Ermittlungen und gerät plötzlich selbst ins Visier. Nur die Begegnung mit Oda, der Tochter des Anführers der Wenden, kann sein Leben noch retten.

Ein hervorragend recherchierter, atmosphärisch dichter Roman mit einer erstaunlichen Vielfalt an Figuren und Stimmungen: Vor dem Hintergrund des 18. Jahrhunderts entsteht ein Tableau um Verdrängung, Angst vor dem Fremden und Kolonialisierung, das wie ein Spiegelbild unserer Gegenwart wirkt.

PRESSESTIMMEN

»[...] der interessante Stoff und deren originelle Deutung machen diesen Roman lebenswert.«
Sigrid Löffler, Radio Bremen

»Auch die dahinter antreibenden Machtverhältnisse und wirtschaftlichen Interessen hat Ohler in seinen enorm packenden Roman gefügt.«
Annemarie Stoltenberg NDR Kultur

»Norman Ohler [portraitiert] die Welt des 18. Jahrhunderts mit feinem Strich. Seine besondere Leistung liegt aber darin, der ebenso langen wie traurigen Tradition des rücksichtslosen Raubbaus an der Natur ein eindrückliches Denkmal zu setzen.«
Hendrik Heisterberg, Galore Literatur


Ticketvorverkauf:
www.ticketmaster.de oder telefonisch unter 01806-999 0000 sowie direkt im Admiralspalast. Ermäßigte Karten gibt es ausschließlich an der Kasse im Admiralspalast mit entsprechendem Ausweis.

 Norman Ohler
Bild: © Urban Zintel
Norman Ohler wurde 1970 im pfälzischen Zweibrücken geboren. Nach dem Abitur schrieb er 1990 seine erste Novelle »Der Reporter«. Mit 22 Jahren besuchte er die renommierte Hamburger Journalistenschule, es folgten Arbeiten für die Zeitschriften »Spiegel«, »Stern« und »Geo«.

1993 zog Norman Ohler nach New York und war dort 1994 Mitbegründer der Tribes Gallery in Manhattan. In New York arbeitete er an seinem ersten Roman »Die Quotenmaschine« – der Geschichte des stummen Detektivs Rutenberg. 1995 erschien der Roman, mit Hyperlinks versehen, im Netz. »Die Quotenmaschine« gilt als weltweit erster Online-Roman und wurde 1996 in Deutschland und Spanien als Hardcover veröffentlicht. Ohlers nächste Wohnung in Berlin-Mitte, in einem kurz vor der Entkernung stehenden Altbau direkt am Hackeschen Markt, wurde Ausgangspunkt für seinen zweiten Roman: »Mitte« (2001), eine Geistergeschichte über die zunehmende Kommerzialisierung von Berlin.

1999 begann Ohler mit der Arbeit an seinem dritten Roman »Stadt des Goldes« (2002), der den Abschluss seiner Metropolentrilogie bildet. Er erzählt von dem jungen deutschen Journalisten Kraner, der in Johannesburg die schwarze Südafrikanerin Lucy wiedertrifft, die gegen Ende der Apartheid als Drogenkurierin in den USA verhaftet worden ist. »Stadt des Goldes« ist ein urbaner Abenteuerroman und zugleich das spannende Porträt einer Stadt am Rande des sozialen Abgrunds. 2004 hatte Ohler als Stadtschreiber in Ramallah, Palästina, als letzter Europäer die Gelegenheit, ein Interview mit Jassir Arafat kurz vor dessen Tod zu führen. Im Winter 2006 veröffentlichte Ohler vom Iran aus einen Podcast über seine Reise.
Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschlands.

Im Bereich Film schrieb er zusammen mit Wim Wenders am Drehbuch des Spielfilms »Palermo Shooting« (Premiere in Cannes 2008) und führte zwei Jahre später Regie bei seinem ersten Kurzfilm »natural«, mit Henry Hopper in der Hauptrolle.

2015 ist nach fünfjähriger Recherche Ohlers erstes Sachbuch »Der totale Rausch« über die bisher kaum aufgearbeitete Rolle von Drogen im Dritten Reich erschienen. Für Der totale Rausch recherchierte er fünf Jahre lang in Archiven in Deutschland und den USA und wertete zahlreiche Originalmaterialien aus, die der Forschung entgangen waren. »Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich« (KiWi 1544) wurde von Presse und Wissenschaft gefeiert, in mehr als 25 Sprachen übersetzt und stand auf der New York Times-Bestsellerliste. Norman Ohler lebt in Berlin.
Moderation: Britta Gansebohm
Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V.
in der Z-BAR
Bergstr. 2, Nähe S-Bahnhof Oranienburger Straße , 10115 Berlin
www.z-bar.de
Eintritt: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro (für Berlin-Ausweisträger*innen & Student*innen)
Reservierung: 030-97 00 51 23
oder per Mail: britta.gansebohm@salonkultur.de
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